Technik

Kein Video mit unterstütztem Format und MIME-Typ gefunden


Mit diesem Artikel möchte ich zeigen, mit welchen Problemen man manchmal konfrontiert wird, wenn man eine Website betreibt. Nein, ich bin kein „spezialisierter IT-Spezialspezialist“ – einer meiner Professoren liebte diesen Begriff. Geschweige denn bin ich Programmierer. Alles, was ich diesbezüglich kann, habe ich mir autodidaktisch und durch Learning by Doing angeeignet. Das bedeutet aber auch, dass man bei Problemen Stunden seines Lebens verplempert, die man anderweitig besser hätte verwenden können. Leider ist das Internet hierbei längst keine große Hilfe mehr. Immer mehr Narzissten präsentieren sich mit ellenlangen Seiten ohne wirklichen Inhalt, was man aber meist erst am Ende des Lesens bemerkt. Dieser Artikel soll auch anderen helfen, schneller eine Lösung zu finden.

Das Problem
Auf der Bambuk-Genussradeln-Website funktionierten einige – aber nicht alle – Videos nicht. Stets erhielt ich in Firefox die Fehlermeldung „Kein Video mit unterstütztem Format und MIME-Typ gefunden“.

Die Suche
Eine Anfrage bei meinem wirklich erstklassigen Provider konnte leider nicht befriedigend beantwortet werden. Zunächst vermutete ich, das sei ein Problem von WordPress, auf das so manche Website auch hinwies. In Chrome liefen aber alle Videos. Daraus folgte, dass es wohl eher ein Firefox-Problem sei. Auf der Suche nach dem Fehler entdeckte ich schließlich, dass Videos, die ich mit der GoPro gemacht hatte, problemlos liefen, während mit Smartphone aufgenommene Videos den genannten Fehler meldeten. Daraufhin habe ich die Codecinformationen der Videos verglichen. Das geht sehr leicht im freien und sehr empfehlenswerten Videoplayer VLC: Werkzeuge – Codec-Informationen oder einfach STRG-J). Die Ergebnisse sahen wie folgt aus:
GoPro-Gurke und Samsung Note 8: Codec: H264 – MPEG-4 AVC (part) (avc1)
Google Pixel: MPEG-H Part2/HEVC (H.265) (hvc1) (Nein! Smartphones von Google kann ich nicht empfehlen)
Dabei entscheidend ist die dreistellige Zahl, mit der wir dann schon nahe an der Lösung sind.

Geldgier und freie Software
Der Codec H.265 (HEVC) ist patentrechtlich geschützt, weswegen er von Firefox nicht unterstützt wird. Warum das so ist, liegt an drei Gründen:
1. In der Tat kann man die Unterstützung nachträglich installieren. Dazu muss man aber den Microsoft Store besuchen und 99 Euro-Cent abdrücken – meiner Ansicht nach eine Frechheit, denn es bedeutet, dass Windows mangelhaft ist.
2. Laut Google Play hat Firefox allein unter Android über 100 Mio. Installationen. Offizielle Zahlen von Mozilla sprechen von 200 Mio. Nutzern weltweit und über 20 Mio. in Deutschland.
3. Lesen Sie den Wikipedia-Artikel über Patente, Kosten und den Rechtsstreit zu H265. Die Mozilla Foundation ist eine Non-Profit-Organisation, die zur Unterstützung des Freie-Software-Projekts Mozilla ins Leben gerufen wurde. Sie KANN die Lizenzgebühren gar nicht bezahlen. Übrigens erkennt die Europäische Union Softwarepatente nicht an, weswegen H265 in VLC integriert ist.

Die Lösung
Für künftige Videos habe ich H265 in meinem Smartphone abgeschaltet: Einstellungen – Kamera – Kamera – Video (weiter unten) – Videos platzsparend speichern ausschalten (Android ist so grässlich geworden). Die bereits bestehenden, nicht laufenden Videos habe ich auf H264 umcodiert. Das hört sich hoch kompliziert an, ist aber mit Avidemux, einer freien Videoschnittsoftware kinderleicht, zuverlässig und schnell erledigt.

Mir stellt sich jetzt nur noch die Frage: Kann ich meine verschwendete Zeit bei den Patentinhabern einklagen?
 

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