Tag 11 – Wo ist Weser?
Unser Gastgeber wünscht uns eine gute Fahrt und meint, der Weg sei ganz schön, aber die Weser würden wir wohl nicht so oft sehen. Aha, da bin ich mal gespannt.
Kaum geradelt, klappert es und Armin bemerkt, dass die Kette herausgesprungen ist. Tja, das Bambuk muss schon viel leisten. Es lebe der Werkzeugkoffer, ein handwerklich begabter Mann und eine Frau, die sowohl die Hände in die Hosentaschen stecken und unwissend schauen kann, als auch als Hiwi Werkzeug (Ratsche) zureichen und das Bambuk hinten am Gepäckträger hochheben kann. In Null Komma Nichts ist das Problem behoben und wir können starten.
Es ist schon viel Radlerbetrieb. Die Weser scheint begehrt zu sein bei Wanderern auf zwei Rädern. Insbesondere radeln hier viele Damenduos, an der Ruhr begegneten uns eher die Männergruppen. Aufmerksame Jogger weisen uns im vorbei rennen den Weg: „Wo wollen Sie hin? Nienburg? Da lang, links, links.“ Wir denken uns , logisch, links, aber tatsächlich gibt es scharf links oder halblinks. Merci sage ich da nur.
Das Radeln durch die oft landwirtschaftlich geprägte Natur ist schön wie jeden Tag. Ich genieße einfach die Bewegung und das Schauen. Immer wieder werden wir angelacht oder überrascht beäugt. Aber das kennen wir ja. Und wider Erwarten lässt sich die Weser immer wieder blicken und wir begleiten sie fast so wie es am Mainradweg war. Herrlich! Sonne, ins Wasser blinzeln, in dem sie sich spiegelt. Weniger erwartet und zufrieden mit dem, was ist.
Kurz vor Nienburg dürfen wir auf die andere Uferseite, die Fähre steht schon bereit. Ein Auto und wir sollen ganz nach vorne bis zur Kante fahren, denn es käme noch ein Traktor. Somit war die Fähre voll und für zwei Euro werden wir ‚über geholt‘. Nienburg, wir kommen.
