2023 JaNeFrDoAlt

Tag 6 – Schwarzwälder Schinken

In der Nacht hat es aufgehört zu regnen und der Tag beginnt mit einem guten Frühstück. Kaum haben wir das Bambuk bepackt, erkennt der Wettergott, dass wir wieder loswollen und so fahren wir die vier Kilometer hinauf zur Hirschgrund-Zipline im Regen. Wir sind früh dran und müssen warten. Die Gruppe, die vor uns dran ist, wird gerade von ihrer Führerin eingewiesen, als unserer Guide ankommt und beginnt, alles vorzubereiten. Viel redet er nicht. Das Wetter zeigt sich weiter von der ungemütlichen Seite, als die anderen loslaufen. Zwei weitere Teilnehmer unserer Gruppe treffen ein. „Ich bin Dirk und wie heißt ihr?“, stellt sich unser Guide vor. Kaum eine Viertelstunde zu spät treffen die Letzten – drei Teenager – ein und es kann losgehen. Wir lernen, wie man den Gurt richtig anlegt und was wir auf der Tour dürfen und nicht dürfen.

Jetzt heißt es erstmal, den Berg hinaufzulaufen. Das Wetter hat sich deutlich gebessert, ist fast schon freundlich zu nennen. Nach zehn Minuten erreichen wir die beiden kurzen Trainings-Ziplines. Dirk erklärt den Ablauf, Judith muss das Funkgerät übernehmen und für mich hat er eine Spezialaufgabe, die noch kommen wird, weswegen ich stets nach Dirk, der vorfährt, als Zweiter folgen soll.

Die erste „richtige“ Bahn ist 260 Meter lang und befindet sich 62 Meter über Grund. Alles geht so schnell, dass man vor Aufregung eigentlich nichts von der Landschaft mitbekommt. Danach müssen wir wieder ein Stück gehen, bevor es die Hirschgrundbahn (220m, 67m) hinuntergeht. Dabei finden Dirk und ich eine Gemeinsamkeit heraus: Whisky genießen. Ab da unterhalten wir uns auf den Wegen zur nächsten Bahn über Whisky.

Es folgen noch die Kimmigerbahn (310m, 42m) und die Weienbühlbahn (230m, 75m). Das Highlight kommt zum Schluss: Die Gründlebahn befindet sich in 83 Meter Höhe und hat eine Länge von 570 Meter. Inzwischen habe ich raus, wie man Tempo macht: Knie anziehen und mit den Händen festhalten. So erreiche ich das Ende der Line. Auch Kerstin schafft das.

Doch dann erfahre ich, welche Sonderaufgabe Dirk für mich auserkoren hat. Wer glaubt, das solch eine Zipline einfach von oben nach unten verläuft, der irrt. Wenn jemand das Ziel nicht erreicht, fährt er wieder ein gutes Stück zurück und bleibt über dem Abgrund hängen. Dirk nannte das im Vorfeld „Schwarzwälder Schinken“ (guter Witz, dachten wohl alle während der Einweisung). Genau das passiert aber gleich zweimal. Dirk muss sich an der Zipline einhängen, ein weiteres Seil an sich befestigen und hinterher fahren. Er befestigt die Person an sich und ich darf dann beide zur Plattform ziehen. Da frage ich mich, was Dirk macht, wenn er lauter Quietschis und/oder Leichtgewichte in der Gruppe hat.

Die Zipline-Tour ist ein fantastisches Erlebnis. Freiheit! Allerdings auch körperlich anstrengend. Dank Dirk geht alles leicht und gekonnt nimmt er dem einen oder anderen die Angst. Herzlichen Dank, Dirk, für dieses tolle Erlebnis. Ich hoffe, der Strathmill aus dem Moscatel Cask trifft deinen Geschmack.

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