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5-Flüsse-Tour – Tag 7 Otto und Henri

Am frühen Morgen – es dämmert gerade – meldet sich der Regen mit lautem Prasseln. Dass das nur ein Vorgeschmack war, erleben wir beim Frühstück. Während wir noch schlemmen, machen sich die ersten Radurlauber in ihrer schweren „Regenrüstung“ auf, den Unbilden des Wetters zu trotzen. Immerhin haben einige – je nach Wegrichtung – Rückenwind. Zum ersten Mal bedauern wir nicht, nicht mit dem Bambuk unterwegs zu sein.

Frohgemut machen wir uns im Lars auf den Weg in Richtung unserer nächsten Übernachtung. Der Weg führt uns unter anderem nach Emden, wo uns ein Schauer nur etwas durchnässt, weil uns ein großer Baum Schutz bietet. Die Stadt am Dollart hat mindestens zwei berühmte Kinder: Otto Waalkes und Henri Nannen. Der eine war schon Comedian als es diesen Begriff noch gar nicht gab und der andere gründete das Magazin „Stern“, das er auch lange führte.

Otto wird heute im Zentrum der Stadt durch „Dat Otto Huus“ geehrt (www.datottohuus.de). Menschen jenseit des Weißwurst-Äquators sei das am besten als ostfriesisches Pendant zum „Valentin-Karlstadt-Musäum“ erklärt. Auf zwei Stockwerken findet sich ein Sammelsurium an Fotos, Plakaten, Preisen, die Otto gewonnen hat und allerlei Requisiten bis hin zum 7-Zwerge-Flipper (bei unserem Besuch erklärt gerade eine Mutter ihrem Sohn, was man mit diesem Gerät machen kann). Zwei Dinge habe ich als bekennender Otto-Fan der ersten Stunde noch gelernt: Als ich noch mit Windeln füllen beschäftigt war, trat Otto mit drei Freunden als „The Rustlers“ auf. Man spielte nicht nur Songs von den Beatles, sondern trug die gleichen Pilzfrisuren. Das Zweite ist: Otto ist ein sehr guter Maler.

Henri Nannen trug in seinem Leben eine große Kunstsammlung zusammen, die er an seinem 70. Geburtstag seiner Stadt schenkte. Diese errichtete dafür eine eigene Kunsthalle (kunsthalle-emden.de), die seitdem ständig wächst. Aktuell und noch bis 26. September ist die Ausstellung „Wild/Schön“ zu sehen – Thema: Tiere in der Kunst. Und hier schließt sich der Kreis zur Ausstellung in Münster, denn auch hier werden Bilder von August Macke und Franz Marc ausgestellt. Dazu so unbekannte Maler wie Johann Poppen und wiederum zeitgenössische Künstler, die jünger sind als ich (wobei mein Kunstverständnis bei einer Videoinstallation endet, in der eine Katze sechseinhalb Minuten Milch trinkt).

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