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5-Flüsse-Tour – Tag 10 Borkum

Ein Ausflugstag nach der größten der ostfriesischen Inseln, nach Borkum, bedeutet für uns früh aufstehen. Wie gut, dass es ab 7 Uhr Frühstück gibt. So können wir ein Tässchen Kaffee trinken, je zwei Brötchen belegen, einwickeln und auschecken. Abfahrt 7 Uhr 10. Abfahrt in Emden 8 Uhr. Sehr ratsam ist es, frühzeitig online vorzubuchen. Für die Hin- und Rückfahrt nach Borkum mit dem Katamaran waren wir zu spät. So hat uns die Fähre mit vielen Autos, Urlaubern und Tagesausflüglern in Borkum ‚ausgesetzt‘, der Katamaran um 14.30 hat uns wieder recht flott zurück durch den Dollard nach Emden gebracht. Die Fähre benötigt, je nach Wetter 120-130 Minuten, der Katamaran nur etwa eine Stunde. Frühstücken auf der Fähre, Menschen beobachten, dem Hundegebell zuhören, übers Meer schauen, die Sonne im Rücken und den Fahrtwind um die Nase spüren. Einem kleinen dunkelfarbigen Chihuahua ist die Schifffahrt nicht ganz geheuer. Meist sitzt er in der Tasche seines Frauchens, lässt sich am Hals streicheln und tut genau das, was ich tue: die Menschenansammlung um ihn herum beobachten. Seine Ohren stehen sowohl back-, als auch steuerbord. Kurz vor dem Einfahren in den Borkumer Hafen wird er mutig.Der Tasche entflohen läuft er durch die Sitzreihen am Oberdeck. Jetzt wirkt seine Besitzerin nervös und läuft ihm eilig hinterher.

Am Hafen wartet schon die Bimmelbahn auf die Menschen, um sie in den Hauptort zu bringen. Es benötigt mindestens drei Bahnen, zu viele Menschen wollen heute wohl an den Strand. Und das ist ja erst die Frühfähre. Interessanterweise verlaufen sich die Besucher, sobald sie aus der Bahn ausgestiegen sind. Unser Weg führt uns an den Hauptstrand. Ich bin begeistert. Sonne, weiter Strand, Dünen und irgendwo in weiter Ferne das Meer. Je weiter weg wir vom Ort sind, desto einsamer wird es. Außer es klingelt: viiiiiiele Radfahrer von hinten. Mitunter fühle ich mich fast wie in Münster. Hoffentlich werde ich nicht von einem Radler überfahren.

Das Barfußlaufen am Sandstrand erfüllt mich mit Zufriedenheit. Wie unterschiedlich der Sand sich anfühlt, fest, weich, matschig, wenn ein kleiner Pril sich durch den Strand schlängelt. In den Dünen werden nach und nach die Strandmuscheln aufgebaut, die ersten Sandburgen entstehen, Nordic Walkerinnen stöckeln über den Strand. Weite. Ees lebe die Weite und die Stille. Wir nähern uns wieder Festland. Ach, Hurra, da sind sie ja wieder, die verloren geglaubten Radfahrer. Auch die Restaurants füllen sich zunehmend. Wir gönnen uns vor der Abfahrt und nach einem langen Spaziergang einen Crepes, Tomate Mozarrella, bzw. Ziegenkäse mit Honig und Nüssen. Sehr lecker. Neben uns sitzt ein junger Mann, der genüsslich und so akkurat seinen Eisbecher auslöffelt, dass die Dame vor ihm irritiert nach hinten schaut. Er bestellt sich ‚ein Gedeck‘ und erfeut sich an einem süßen Crepes und an einer Tasse Kaffee, schleckt wieder nebenbei sein Eis im Eisbecher, bestellt sich nochmal ein Gedeck und räumt danach sein Geschirr auf. Zu uns meint er, wir bräuchten unser Geschirr nicht wegzuräumen. Er mache dies immer, er sei ja auch Stammgast. Dann klärt er uns noch auf, bei welcher Bank man gut Geld abheben kann und wünscht uns einen schönen Tag. Es sind wirklich die Begegnungen, die einem ein Lächeln ins Gesicht zaubern.

Das Bähnle, das einen wieder zurück zum Hafen bringt, füllt sich frühzeitig. Aufgrund des Lokomotivführerstreiks diskutieren einige Passagiere, welcher Zug ausfällt und wie sie zu ihrem Anschlußzug kommen könnten. Eine Familie spielt ‚ich sehe das, was du nicht siehst.‘ Als die Eltern auf ‚Koffer packen‘ umsteigen, schmollt der kleine Junge und möchte ein Spiel spielen, das er auch mitspielen kann. Ich darf dagegen eine Frau, die wohl Urlaub auf Borkum gemacht hat, bei ihren Selfies unterstützen. Na ja, ich tue was ich kann und kann mir ein Schmunzeln nicht verkneifen, als sie auf dem Katamaran ihre Selfies fortsetzt.

Tschüß Borkum, Ich habe einen kleinen Eindruck bekommen. Wenn Urlaub auf dieser Insel, dann eher außerhalb der Ferienzeit. Haha, schlecht möglich bei mir. Während ich nun mit meinen Augendeckeln kämpfe (irgendwie sind sie seitdem Ankommen in Emden sehr schwer geworden), fährt mich Armin souverän nach Nienburg. Ein wunderschönes kleines Städtchen, wie wir schon bei unserem ersten Spaziergang feststellen werden.

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