2025 Pilger-Iller-WertachTouren

Radpilgerweg-Iller-Wertach – ein Resümee

Wir sind neun Tage lang entlang des Radpilgerwegs von Ansbach nach Ulm gefahren, weiter entlang der Iller nach Kempten. Danach nahmen wir den gar nicht so schweren Anstieg nach Nesselwang und folgten der Wertach bis Augsburg, von wo aus wir eine Route über Donauwörth und Nördlingen nach Hause gewählt haben. Insgesamt waren es 645 Kilometer. Die Etappen waren 56 bis 83 Kilometer lang. Nur auf der Etappe zwischen Dinkelsbühl und Heidenheim leerten wir beide Akkus komplett.

Der Radpilgerweg ist sehr zu empfehlen. Es geht durch wunderschöne Landschaft fernab vom Verkehr. Die schönste Etappe war sicherlich die von Heidenheim nach Ulm durch mehrere Flusstäler. Ob man aber älteren Menschen noch das Stück bei Oberalfingen (zwischen Ellwangen und Aalen) mit seinen knackigen Steigungen aufbürden sollte?

Der Iller-Radweg ist dagegen eine einzige Pleite. Von Anfang an läuft er auf einem grob geschotterten Weg, der derart ausgefahren ist, dass die Mitte des Weges mit seinen Grasbüscheln weit hochsteht. Hochkonzentriert sollte man fahren, erst recht wenn man mehr als zwei Räder unterm Hintern hat. Familien werden auch keine Freude an diesem vernachlässigten Weg haben. Später verschwindet die Iller hinter Bäumen und Büschen und nur selten blitzt das Wasser durch. Attraktiv ist etwas anderes. Besser ist es, wenn man sich von der Iller abwendet und auf Nebenstraßen weiterfährt. Dafür braucht es aber keinen „Iller-Radweg“. Einer der „Höhepunkte“ war sicherlich die Umleitung direkt vor einer Baustelle vor Kempten (kann man das nicht vorher ankündigen und früher umleiten). Da hat man kurzerhand ein paar Tonnen groben Schotter auf eine Wiese gekippt und zum Radweg deklariert. Wir mussten das Bambuk mangels Grip hochschieben. Definitiv Null Bambuk-Sterne für den Iller-Radweg.

Auch der Wertach-Radweg ist kaum besser. Es gilt nahezu das Gleiche wie für den Iller-Radweg. Und wenn ich den „Höhepunkt“ bei Maria-Rain als lebensgefährlich bezeichne, halte ich das durchaus nicht für übertrieben. Immerhin gibt es einige landschaftlich schöne Abschnitte auf asphaltierten Strecken, wenngleich dann von der Wertach nicht viel zu sehen ist. Herzlichen Dank nochmal an Bernd, der uns diese Wege entlangführte. Das rettet den Radweg vor Null Bambuk-Sternen, aber mehr als einer ist auch nicht drin.

Die selbstgeplante Strecke zwischen Augsburg und Heimat verlief nahezu komplett auf asphaltierten Wegen mit relativ zarten Steigungen. Sie kann also jeder fahren.

Was die Übernachtungsmöglichkeiten angeht, empfehle ich bis auf den Goldenen Hirsch in Kaufbeuren (nachts will ich einfach ruhig schlafen können) alle, wobei der Fahrradkäfig des Hey Lou in Nördlingen noch stark verbesserungswürdig ist.

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