2020 Main-Tauber-Radweg

Tauberradweg – Tag 13

Wie schon die letzten Nächte, war auch diese tropisch warm. Dazu noch die Kirchenglocke, die um sechs Uhr ihre volle Funktionsfähigkeit lautstark bestätigt. Das Frühstück war gut, wenngleich ich mich für das System eines Frühstücksbüffets, vor dem eine Hotel-Mitarbeiterin steht, der ich sage, was ich auf den Teller haben möchte, nicht sonderlich erwärmen kann. Von allen Frühstücksangeboten war dies jedoch noch eines der besten.

Wir machen uns auf den Weg und nur sieben Kilometer weiter wieder Halt in Weikersheim. Das Ensemble aus weitem Marktplatz und Schloss Weikersheim ist sehr sehenswert. Der vordere, jedermann zugängliche Teil des Schloßgartens ist weitgehend schmucklos, was die dort spielenden Kinder aber kaum interessieren dürfte. Der hintere Teil wird von den Gärtnern dagegen geradezu prunkvoll gepflegt und ist leider nur in Verbindung mit dem Schloss zu besichtigen – gegen Zahlung von fünf Euro pro Nase.

Auf dem Marktplatz treffen wir auch wieder die sieben Senioren auf ihren Rädern, die uns schon seit Wertheim „begleiten“.

Aus dem geplanten kurzen Blick in die 600 Jahre alte Kirche wird ein langes Lauschen, denn vor dem Altar proben fünf Jugendliche unter Aufsicht zweier Lehrer Stücke für ein nachmittägliches Konzert: Querflöte, Klarinette, Horn, Oboe und Fagott spielen „Peter und der Wolf“ und anderes (unser Wissen um klassische Musik ist nicht sonderlich ausgeprägt).

Weiter geht es. In Creglingen werfen wir nur einen kurzen Blick auf die hübsche Häuserzeile im Zentrum, denn uns kommen graue Wolken entgegen, die nichts Gutes verheißen. Kaum drei Kilometer weiter kommen uns dann noch Radfahrer in Regenhosen und -ponchos entgegen, gefolgt von ein paar Regentropfen. Und so entscheiden wir uns, in Tauberzell Halt zu machen.

Das Landhaus zum Falken ist weit über die Grenzen des Taubertals für seine gute Küche bekannt. Wir verstauen unser Bambuk unter einem großen Sonnenschirm im hinteren Biergarten des Gasthauses, hängen den Akku an die Steckdose und nehmen im vorderen Teil Platz – als erste. Statt einer Speisekarte erhalten wir von der Bedienung die Info, dass es genau zwei Gerichte gibt: Bratwürst‘ mit Kraut und gebackenen Landkäse mit Salat. Das reicht uns auch und wir nehmen beides. Kaum ist das alkoholfreie Weizen da, stellen sich erst die nächsten Gäste ein inklusive der bekannten sieben Senioren – Clifden lässt wieder einmal grüßen.

Und dann folgt der Regen: so plötzlich und heftig, dass man auf der Strecke erst gar nicht mehr versuchen müsste, sich in die Pelerine zu pellen – man wäre in Sekundenschnelle eh‘ durchgeweicht. Die Website wetter.de ist zu diesem Zeitpunkt noch immer der Meinung, dass eine „geringe Wahrscheinlichkeit von sehr starkem Regen“ besteht.

Derweil kommen wir mit einem Pärchen aus Berlin ins Gespräch, die einen Airdale Terrier mitgebracht haben. Sie haben sich ein kleines Wohnmobil und e-Bikes gekauft. Für mehrere Tage machen sie jeweils halt und erkunden die Region mit den Bikes. Als sie von unserem Bambuk hören, sind sie höchst interessiert und wir müssen es ihnen zeigen.

Nachdem es aufgeklart hat, setzen wir unsere Etappe fort. Der Berg hinauf nach Rothenburg ist harmloser als befürchtet und im Nu Geschichte. Der Speyerberg nahe Geslau ein paar Kilometer weiter hat da schon ein anderes Kaliber, zumal wir einen schmalen Schotterweg mit tief eingefahrenen Rinnen nehmen müssen.

Es tröpfelt schon wieder, als wir unser Etappenziel bei Freunden erreichen. Das geplante Grillen fällt zwar aus, aber wir sind wenigstens trocken geblieben und das Bambuk ruht wohlbehalten in der Scheune.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert