2020 Main-Tauber-Radweg

Mainradweg – Tag 10

Heiße Nacht, die Luft steht und draußen am Main unterhalten sich bis ein Uhr zwei Menschen lautstark. Gott sei Dank kommt doch irgendwann der Schlaf, besonders in den Morgenstunden. Aufstehen fällt mir schwer, den besten Schlaf habe ich immer dann, wenn es ans Aufstehen geht:)

Sektfrühstück stärkt. Wolken am Himmel und wie jeden Tag Gegenwind. Das Radeln macht munter und geht flott. Gleich auf den ersten Kilometern sitzt ein Hase auf der Wiese, später im Wald kurz vor dem Frankfurter Flughafen treffen wir drei Rehe. Den Main haben wir auf unserer heutigen Strecke nur am Morgen und dann zum Ende hin gesehen. Heute war eher Waldtag, viele Schotterwege durch Buchen- und Mischwälder.

Unser Bambuk hat heute so einiges erlebt: neben den Fahrten auf den besagten Schotter- und Waldwegen hat es einen ‚cattle grid‘ bravourös gemeistert. Auch der Metallsteg – der Opelsteg – über den Main (so nahe waren wir dem Main noch nie) bei Rüsselsheim stellte kein Problem dar.

Im Walldorfer Wald in der Nähe des Frankfurter Flughafens sind die Flugzeuge im Landeanflug relativ nah über die Baumwipfel hinweg geflogen. Es gibt sogar einen Aussichtspunkt. Etliche Interessierte beobachten hier das Landen und Starten der Flugzeuge. Ein ständiges Landen und Starten – wie ruhig mag es hier wohl zur Zeit des Lock Downs gewesen sein.

Die Strecke führt uns durch Ortschaften, zum Teil auf Radwegen neben der Straße, an abgemähten Feldern, durch viel Wald, nach Stockstadt. In Langen gibt es ein sehr leckeres Eis. Essen, genießen und entspannen, sowohl für uns, als auch für den Akku (Akkuladestation neben der Volksbank). Dafür gestaltet sich der Gang zur Toilette schwieriger. Das öffentliche WC kostet 50 Cent, niemand kann wechseln, nicht mal die Postbank, denn heutzutage geht ja alles automatisch. So einfach wechselt besagter Automat das 1 Euro Stück nicht in 2 Fünfzig Cent Stücke, wäre ja noch schöner, das geht nun wirklich nicht. Was aber gut geht, ist einfach weiter radeln und in der nächsten Ortschaft das kostenlose WC aufsuchen, frohgemut weiter radeln, die Burgruine in Götzenhain nebst der interessant anzusehenen Stangenpyramide bewundern. So einfach und wunderbar kann es auch gehen.

Auf unserer 10. Etappe haben wir das Akku-Sparprogramm getestet. Eine Stunde laden ist nicht genug, um gegebenfalls flotter bis zum Ziel radeln zu können. Längere gerade Strecken sind wir deswegen, mal ohne den Akku zu gebrauchen, geradelt und erfreuen uns jetzt noch daran, dass die Durchschnittsgeschwindigkeit gar nicht sooo viel schlechter ist. Nur den Bauch und die Oberschenkel spüren wir ein wenig mehr als sonst.

Was den Tag immer gut abschließt ist eine heiße, bzw. kühle Dusche, ein kleines Nickerchen und ein alkoholfreies Weizen gegen den Durst. So ein Radltag hat was, einfach ein Genuss!

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